SATT
Wie Ihr es ja bestimmt schon gemerkt habt, poste ich so gut wie gar nichts mehr in Facebook und Insta – nur noch, wenn ich – wie heute – meinen Blog ankündige.
Ich habe im Moment ein sehr zwiegespaltenes Verhältnis zur Nutzung von Social Media, insbesondere, was die Fotografie betrifft.
Einerseits hat das tägliche oder fast tägliche Posten früher schon Spaß gemacht – passende Bilder heraussuchen und je nach Stimmung oder Wetter, manchmal mit einem lustigen Titel oder einem kleinen Kommentar das Bild am Nachmittag in die Runde schmeißen. Auch die Reaktionen meiner Freunde und Bekannten zu lesen, war natürlich ein Vergnügen. Andererseits stelle ich bei mir selber fest, dass ich die meisten Fotos in FB und IG relativ schnell wegscrolle, selten bleibe ich bei wirklich guten Bildern hängen (schaut mal rein bei 7anwu7_art und bei natur.lust.fotografie – und auch bei naturbelichtet und bei der lieben ulrikepaulaeste -  und auch unbedingt bei pauli_bene_naturfotografie) – aber fast immer lasse ich mich jetzt lieber von lustigen Haustiervideos oder faszinierenden Musik-Darbietungen unterhalten – jaja, ich weiß, aber das ist immer noch besser als das von vielen praktizierte Doom-Scrolling. Auf meine Art macht mir Social Media zumindest gute Laune.
Woher kommt das, dass ich mir fast keine Fotos mehr anschaue?
Ich fühle mich – erschlagen. Erschlagen von der schieren Menge. Und dazu kommt noch ein zweiter Punkt: Die künstlerische Qualität der Bilder ist in den letzten Jahren aus meiner Sicht sehr gestiegen.  Wo man noch vor ein paar Jahren zum großen Teil rein dokumentarische (ja auch sehr schöne!) Bilder sah, geht der Trend heute doch immer mehr in Richtung Ausdruck, weg vom reinen Ab-Bilden.
Diese Masse beinhaltet viele, sehr viele wirklich gute Bilder – aber auch diese fangen irgendwann an, sich zu ähneln. Und dort herauszustechen, um die Leute am Weiterscrollen zu hindern, ist schwierig und wird immer schwieriger. Alleine dieses Darüber-Nachdenken würde mich so viel Energie und Zeit kosten, die ich nicht habe – und dann die Frage – WOFÜR?
Lieber sehe ich mir Blogs von wenigen ausgesuchten Fotografen an und lasse mich auf das Betrachten der Bilder wirklich ein, verbringe mit dem einzelnen Foto mehr als die paar Millisekunden in der Zeitleiste.
Und da ich denke, dass das vielen anderen Menschen, und zwar ganz besonders Fotografen, ähnlich geht, habe ich im Moment das Gefühl, ich muss nicht auch noch Teil des Wahnsinns sein. Ich muss auch wieder mehr lernen, hauptsächlich für mich selber zu fotografieren, zu meinem Vergnügen und für meine Nähe zur Natur. Das ist diesen Winter eindeutig viel zu kurz gekommen, das Wetter hat es mir aber auch nicht leichtgemacht und es war ein bisschen wie verhext: Wenn ich im Büro saß (oder TOTAL erkältet war), leuchtete der Schnee im Sonnenschein oder war der erste schöne Frühlingstag – und wenn ich Freizeit hatte, war es trüb, grau, regnerisch und windig.
Ich hoffe, die Motivation steigt wieder, wenn der Frühling nun endlich richtig losstartet.

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